Das Klima verändert sich und damit auch die Häufigkeit von Starkregenereignissen. Diese stellen insbesondere für unsere Kanalisation eine Herausforderung dar. Vor allem für Mischwasserkanäle, in denen Abwasser mit Regenwasser zusammentrifft. Die Kanalisation stößt dann an ihre Grenzen. Es kommt zu Überläufen.
Eine Kläranlage kann an einem Tag nur eine bestimmte Wassermenge reinigen.
Wenn durch Regenfälle die Wassermenge in der Kanalisation stark ansteigt, gelangt Mischwasser – also Schmutz- oder Abwasser vermischt mit Regenwasser – in die öffentlichen Gewässer.
Aufgrund der enthaltenen Schadstoffe stellt ungeklärtes Mischwasser eine Gefahr für unsere Umwelt dar.
Regenüberlaufbecken (RÜB) bzw. Mischwasserüberlaufbecken (MÜB) verhindern dies, indem sie überschüssiges Wasser speichern und zeitverzögert an die Kläranlage abgeben.
Warum sollten Sie Ihr RÜB/MÜB monitoren?
1. Verbesserung der Datengrundlage für das Entwässerungssystem
Regenüberlaufbecken sind ein wichtiger Bestandteil von Mischwassersystemen, werden jedoch bisher deutlich weniger überwacht als Kläranlagen. Durch eine kontinuierliche Protokollierung lassen sich belastbare Daten über Einstau- und Entlastungsvorgänge erheben, die eine fundierte Bewertung und Optimierung des Gesamtsystems ermöglichen.
2. Überwachung der Funktion und der Betriebssicherheit
Mithilfe von Messdaten können technische Einrichtungen wie Drosseln, Pumpen oder Entlastungsbauwerke kontrolliert werden. Abweichungen vom Sollbetrieb, beispielsweise durch Rückstau oder Fehlfunktionen, lassen sich so frühzeitig erkennen, auch wenn während eines Regenereignisses niemand vor Ort ist.
3. Nachvollziehbarkeit bei Störungen und Betriebsereignissen
Im Falle von Betriebsstörungen oder Schäden liefern die protokollierten Daten eine objektive Grundlage für die Ursachenanalyse. Sie ermöglichen eine technische und rechtliche Nachverfolgbarkeit des Geschehens und sind somit eine wichtige Voraussetzung für einen verantwortungsbewussten Anlagenbetrieb.
4. Daten als Schlüssel für zukunftsfähige Planung
Langfristige Optimierung braucht belastbare Informationen. Mithilfe von protokollierten Messwerten lassen sich Regenüberlaufbecken realitätsnah simulieren und gezielt optimieren, beispielsweise für den Bau neuer Anlagen, die hydraulische Netzberechnung oder die Umsetzung von Maßnahmen zur Einhaltung wasserrechtlicher Vorgaben. Dadurch gewinnen Investitionen an Effizienz und Wirkung.
Zielgrößen zur Dokumentation der Gewässerbelastung
Bei anhaltend starken Regenschauern kommt es selbst im Regenüberlaufbecken zu einem Überlauf. Das Wasser wird im Becken zwar vorgereinigt, in der Kläranlage selbst war das Wasser zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Gelöste Schmutzstoffe sowie Mikroverunreinigungen von Waschmittel, Kosmetika und Medikamenten befinden sich immer noch im Wasser und gelangen in die öffentlichen Gewässer.
In Deutschland z. B. schreibt der Gesetzgeber bereits die Dokumentation der Gewässerbelastung vor. Aber auch wenn es nicht verpflichtend ist, sollte die Verunreinigung öffentlicher Gewässer protokolliert werden.
Dafür sind folgende Zielgrößen notwendig:
- Dauer und Häufigkeit des Beckeneinstaus
- Dauer der Entlastungsereignisse
- Häufigkeit der Entlastungsereignisse
- Entlastete Wassermenge
3 Schritte zur Dokumentation der Gewässerbelastung
Mithilfe der Plattform können die genannten Zielgrößen in drei Schritten ermittelt werden.
- Messung des Wasserstands
- Erkennen von Überläufen
- Berechnung der entlasteten Wassermenge (Überlauf)
1. Messung des Wasserstands
Im ersten Schritt wird der Wasserstand im Überlaufbecken gemessen. Nutzen Sie einen der folgenden Datenlogger und aktivieren Sie das Addon „Overflow Log“. Damit haben Sie eine fertige Lösung, die sich schnell und einfach anpassen lässt. Sie müssen nicht programmieren, sondern konfigurieren sich die Protokollierung des Regenüberlaufs innerhalb weniger Minuten in der Plattform.
So sieht das Ganze in der Plattform aus, wenn Sie einen Jellox Analog gewählt haben:

2. Erkennen von Überläufen
Als Nächstes wird der gemessene Wasserstand herangezogen, um einen möglichen Überlauf zu erkennen. Dazu müssen Sie einmalig einige grundlegende Informationen zu Ihrem Regenüberlaufbecken in die Plattform eingeben. Dazu gehören Angaben wie die Höhe und Breite der Klärkanten sowie der Schwellenbeiwert.

3. Berechnung der entlasteten Wassermenge (Überlauf)
Im letzten Schritt wird die entlastete Wassermenge mithilfe der POLENI-Formel oder anhand einer Stützpunkttabelle berechnet. Die Messung des Wasserstands und die Berechnung der entlasteten Wassermengen bilden die Grundlage für die Ableitung der zuvor genannten Zielgrößen. Diese werden übersichtlich in einem Protokoll dargestellt.
Mit jeder Messung des Wasserstands werden neue Daten dem Protokoll für das aktuelle Jahr bzw. den laufenden Monat hinzugefügt. Somit können Sie jederzeit die aktuellsten Daten einsehen und müssen nicht bis zum Jahres- bzw. Monatsende auf die Berechnung warten. Mit einem Mausklick können Sie die gewünschten Protokolle einfach über die Oberfläche der Plattform aufrufen.

Beispiel einer Monatsauswertung:








