Protokollierung im Regenüberlaufbecken: Setzen Sie 3 einfache Schritte für die Umwelt

Regenüberlaufbecken (RÜB) bzw. Mischwasserüberlaufbecken (MÜB) entlasten die Kanalisation bei starkem Regen. Wenn die Beckenkapazität nicht ausreicht, fließt das teilweise gereinigte Wasser in öffentliche Gewässer. Das neue Feature der Plattform hilft dabei, Daten zur entstandenen Gewässerbelastung in solchen Situationen zu protokollieren.

Inhaltsverzeichnis

Das Klima verändert sich und damit auch die Häufigkeit von Starkregenereignissen. Es ist mit Überschwemmungen, Hochwasser und Murenabgängen zu rechnen. Starkregenereignisse stellen insbesondere für unsere Kanalisation eine Herausforderung dar. Vor allem für Mischwasserkanäle, in denen Abwasser mit Regenwasser zusammentrifft. Die Kanalisation stößt dann an ihre Grenzen. Es kommt zu Überläufen.

Eine Kläranlage kann an einem Tag nur eine bestimmte Wassermenge reinigen.
Wenn durch Regenfälle die Wassermenge in der Kanalisation stark ansteigt, gelangt Mischwasser – also Schmutz- oder Abwasser vermischt mit Regenwasser – in die öffentlichen Gewässer.
Aufgrund der enthaltenen Schadstoffe stellt ungeklärtes Mischwasser eine Gefahr für unsere Umwelt dar.

Regenüberlaufbecken (RÜB) bzw. Mischwasserüberlaufbecken (MÜB) verhindern dies, indem sie überschüssiges Wasser speichern und zeitverzögert an die Kläranlage abgeben.

Warum sollten Sie Ihr RÜB/MÜB monitoren?

1. Gesetzliche Vorschriften erfüllen

Die Vorschriften bezüglich Abwasserbehandlung – und damit auch bezüglich Regenüberlaufbecken –  sind von Land zu Land verschieden. In einigen Ländern wie z. B. Deutschland schreibt der Gesetzgeber bereits die Dokumentation der Gewässerbelastung vor. Neben den Forderungen von Ämtern zur Protokollierung von Einstaudaten zum Regenüberlauf, sind die Daten eine relevante Planungsgrundlage bei der Erweiterung von Siedlungsgebieten.

2. Umwelt und Gewässer schützen

Wie bereits erwähnt, kann es bei starken Regenfällen zu einer Überlastung des Mischwasserkanals kommen. Tritt Abwasser gemischt mit Regenwasser aus, werden die öffentlichen Gewässer verschmutzt. Um in diesem Fall entsprechende Maßnahmen einzuleiten, muss exakt festgehalten werden wie viel Mischwasser aus dem Kanal ausgetreten ist. 
60% der Gewässer in Österreich müssen saniert werden, weil sie nicht in gutem Zustand sind. Und nur noch 15% der Gewässer in Österreich sind in sehr gutem Zustand. 

3. Verklausungen verhindern

Bei Starkregen fließt nicht nur Regenwasser in den Kanal. Von den umliegenden Feldern und Wiesen wird Schlamm angeschwemmt. Dreck und Treibgut wird vom Wasser mitgerissen. Dies verstopft das Schmutzgitter, und der Schlamm verschließt die Löcher des Kanaldeckels. Das Wasser schießt über den Kanaldeckel hinweg. Die Wassermassen bahnen sich ihren Weg und dringen in tiefergelegene Keller und Garagen ein. Wird der Kanal und das RÜB überwacht, kann eine derartige Verklausung erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

4. Frühwarnung als Bürgerservice

Ist der Kanal überlastet, erhöht sich auch der Druck im Schacht. Der Kanaldeckel hebt sich und Mischwassermassen treten aus. Befinden sich die Kanaldeckel auf einer Straße, kommt es zur Beeinträchtigung des Verkehrs oder sogar zu Unfällen. Wird der erhöhte Druck registriert, kann frühzeitig reagiert und Straßensperren errichtet werden.

Zielgrößen zur Dokumentation der Gewässerbelastung

Bei anhaltend starken Regenschauern kommt es selbst im Regenüberlaufbecken zu einem Überlauf. Das Wasser wird im Becken zwar vorgereinigt, in der Kläranlage selbst war das Wasser zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Gelöste Schmutzstoffe sowie Mikroverunreinigungen von Waschmittel, Kosmetika und Medikamenten befinden sich immer noch im Wasser und gelangen in die öffentlichen Gewässer.

In Deutschland z. B. schreibt der Gesetzgeber bereits die Dokumentation der Gewässerbelastung vor. Aber auch wenn es nicht verpflichtend ist, sollte die Verunreinigung öffentlicher Gewässer protokolliert werden.

Dafür sind folgende Zielgrößen notwendig:

  • Dauer und Häufigkeit des Beckeneinstaus
  • Dauer der Entlastungsereignisse
  • Häufigkeit der Entlastungsereignisse
  • Entlastete Wassermenge

3 Schritte zur Dokumentation der Gewässerbelastung

Mithilfe des Plattform-Features können die genannten Zielgrößen in drei Schritten ermittelt werden.

  • Messung des Wasserstands
  • Einstellungen in der Plattform
  • Abflussermittlung in der Plattform

1. Messung des Wasserstands

Im ersten Schritt wird der Wasserstand im Überlaufbecken gemessen. Mit folgenden Datenloggern inklusive Software haben Sie eine fertige Lösung, die sich schnell und einfach anpassen lässt. Sie müssen nicht programmieren, sondern konfigurieren sich die Protokollierung des Regenüberlaufs innerhalb weniger Minuten in der Plattform.

So sieht das Ganze in der Plattform aus:

2. RÜB Settings in der Plattform

Als nächstes tragen Sie einmalig grundlegende Informationen zu Ihrem Regenüberlaufbecken in der Plattform ein. Dazu gehören Angaben wie die Höhe und Breite der Klärkanten sowie der Schwellenbeiwert.

3. Abflussermittlung in der Plattform

Nachdem die Einstellungen gespeichert sind und der Wasserstand erfasst wurde, wird im letzten Schritt die entlastete Wassermenge mithilfe der POLENI-Formel in der Plattform berechnet. Die ermittelten Werte, ebenso wie die zuvor genannten Zielgrößen, werden übersichtlich in einem Protokoll dargestellt. Dieses Protokoll wird automatisch am vierten Tag jedes Monats generiert. Zusätzlich kann das Protokoll jederzeit per Mausklick für einen einzelnen Monat oder ein ganzes Jahr erstellt werden.

Folgende Datenlogger zur Füllstandsmessung können nach geringen Anpassungen der Software ebenfalls zur Protokollierung im RÜB verwendet werden. Kontaktieren Sie uns gerne bei Interesse.

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